4166 GAV
14:49. Ungewöhnlich: ich sitze im Gastgarten des WeltCafé am Trottoir der Schwarzspanierstraße, der Kaffee ist sehr gut. Ich schaue den anderen Gästen und den PassantInnen zu. Gegenüber binden sie Kalender, Diplomarbeiten, Dissertationen – laut Aufschriften an den Fenstern (sehen kann ich davon natürlich nichts). Jaaa! Jetzt setzt die Wirkung der Droge Coffein ein; jetzt, beim ersten Kaffee des Tages: irgendeine innere Kurve geht nun hinauf. Das jedoch habe ich nicht bedacht: dass hier heraußen geraucht wird. Das nur teilweise verstandene (akustisch, inhaltlich, sprachlich, intellektuell, teilweise Englisch) Gespräch am Nebentisch triggert wieder mein Selbstbild als vollkommen danebener, abseitiger, abstellgleisiger alter Mann, der von nichts eine Ahnung hat (die zwei Diskutanten können freilich nichts dafür, obwohl ich mich immer wieder frage, woher die alle ihre Kompetenz und ihr Selbstbewußtsein haben). Jetzt klopft mein Herz stärker. Ich flüchte ins Internet. Ich bin wieder zurück (warum machst du keine Zeitangabe? - der innere Spötter) und denke, ich geh nach Hause.
18:57. Ich bin nicht gleich nach Hause gegangen, sondern zu Fuß zu meiner Lieblingsbuchhandlung Herder um K. M. Gauß’ Schuldhafte Unwissenheit zu kaufen, seit Monaten das erste nicht verbilligt Secondhand- oder gratis aufgelesene (welch eine Koinzidenz!) Buch. Jetzt aber bin ich nach 17.219 heutigen Schritten zu Hause, hocke liegend, lesend und schreibend auf dem Bett, habe das Zimmerfenster in den Lichtschacht aufgemacht und frage mich, welche Maschine das ist, die da kräftig heraufschallt. Diesbezüglich werde ich unwissend sterben.
Unten wird Yoga zelebriert und von irgendwo kommen undeutliche Musikfragmente. Das dominante Geräusch jetzt ist mehr so ein Röhren. Das erhebende, herzerfrischende Abendgeläut habe ich heute verpasst. Ich werde das auch so schaffen. Ich bilde mir jetzt doch ein, ein Schriftsteller zu sein. Hoffentlich klappt das heuer mit der Aufnahme in die Grazer Autorinnen Autorenversammlung und ist meine Einreichung nicht monatelang verschwunden, wie vor zwei Jahren bei der Post, und es wird nicht vergessen, mein Zeug der Jury vorzulegen. Diese Aufnahme bedeutet mir viel. Sie würde mir den Rücken stärken; ich brauch das!
(18.8.2025)
8:35 a.m. Meine Texte sind heuer wirklich dabei. Bin gespannt, wie die GAV-Jury entscheidet.
(19.8.2025)
Peter Alois Rumpf August 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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