4112 Meine spärlichen Versuche
0:58 a.m. Ich kann nicht genug von Bildern bekommen. Und immer, wenn ich Ausstellungen anschaue oder Kataloge durchblättere, bekomme ich Lust, wieder zu zeichnen und zu malen. Aber ich mache es nicht. Es ist wie verhext. Alle meine – spärlichen – Versuche in den letzten Jahren sind gescheitert. Es ist nichts herausgekommen dabei. Ich hatte auch keine Geduld mehr (früher hatte ich sie), es oft und lange zu probieren, bis sich die Hand gelockert hat, und auch kein Selbstbewußtsein dafür. Ganz schnell bin ich verzagt und lege Griffel oder Pinsel weg. Und natürlich bekomme ich auch die döbranitischen Definitionen nicht aus dem Kopf; sie stehen sofort parat und schlagen auf mich ein. Die sitzen so fest, auch wenn ich sie schon zig-mal bezüglich ihrer absoluten Gültigkeit umgestoßen habe. Und dass ich die nicht los werde, hat nichts mit einem angeblichen allgemeingültigen Wahrheitsgehalt zu tun, sondern mit ihrer Aggressivität und damit, wie übergriffig und verbal gewalttätig sie in mir verankert wurden. Ich komme dagegen einfach nicht auf. So lausche ich in die Nacht hinaus, ob sich denn irgendetwas zeige oder sonstwie bemerkbar macht. Dann ein schwermütiger Anfall von Trauer.
(3.7.2025)
Peter Alois Rumpf Juli 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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