4664 Ich zittere noch ein wenig
9:02 a.m. Am Morgen ist wieder die große Angst da, und dafür, dass ich so gelähmt bin, habe ich es immerhin hinbekommen, dass ich gefrühstückt (angeblich verringert ein voller Magen die Angst), den Geschirrspüler ausgeräumt und versucht habe, einen Überblick über die ausstehenden Rückzahlungen der kranken Gesundheitskasse an Hand meiner Kontobewegungen zu gewinnen, was jedoch nicht gelungen ist, weil ich ab Seite 7 nicht mehr weiter zurückblättern konnte und ich keine Ahnung habe, wie man diese Einstellung ändern kann. Ganz offensichtlich sind noch ein paar Monate offen. Ich warte schon so dringend auf das Geld, denn mein Guthaben ist verbraucht. Hätte ich es, würde ich jetzt richtig aufstehen, in eines „meiner“ Lieblingscafés gehen oder fahren, dort Zeitung lesen und schreiben und so auf sanftere Weise ein wenig in Welt und Gesellschaft finden. Weil das nicht geht, hocke ich im Bett, zittere noch ein wenig vor Angst und Kälte, aber habe mich vielleicht schon zwei, drei Drehungen aus der Lähmung geschrieben. Ach! Ich beneide euch gesunde Menschen! Auch die, wo bloß die Fassade gesund scheint, jedoch robust genug ist, sich da draußen zu behaupten (das ist natürlich die Frage, ob er wirklich tauschen würde. Ich vermute eher nicht – der innere Spötter). Darum lassen wir ihn hald (sic!) so weiterwurschteln.
(27.10.2026)
©Peter Alois Rumpf Oktober 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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