Mittwoch, 21. Oktober 2026

4659 Ich darf jetzt

 



8:39 a.m.  Mein Plan für heute war Fitnessstudio (diese drei „s“ schauen einfach beschissen aus! - der Tipper), aber das verschiebe ich auf morgen. Die körperlichen und seelischen Anstrengungen der letzten Tage fordern ihren Tribut und so war das die dritte Nacht, in der ich schlecht geschlafen habe. Ich liege zwar 6, 7 oder 8 Stunden im Bett, erhole mich wohl auch ein wenig, aber an Tiefschlaf ist nicht zu denken; gefühlt alle Augenblicke reißt es mich hoch. Nach diesem tagelangen „Ich muß! Ich muß!“ kann ich mich nicht mehr richtig entspannen. Diese ganzen unangenehmen Erledigungen und überfordernden Entscheidungen, mit denen ich nichts zu tun haben will. Das ständige innerliche „Reiß dich zusammen!“ obwohl einem zum Heulen, Schreien und Hinschmeißen ist … davon will, nein muß ich runterkommen. Das gestrige Eintippen der Texte bis nach Mitternacht war auch nicht ohne. Darum habe ich mir heute das Frühstücksmüsli herauf geholt, um dem „Ich muß schnell runter in die Küche frühstücken, bevor die Tageskinder kommen!“ zu entgehen. Essen kann ich aber noch nicht. So hocke ich im Bett – beim flach Liegen habe ich mich auch nur mehr unruhig unter „Ich sollte noch schlafen!“ und mit leicht schmerzenden Beinen hin und her gewälzt – und seufze jetzt tief. ICH DARF JETZT DA IM BETT HOCKEN UND NICHTS TUN! Wir sind nicht im Krieg! (bist du sicher? - der innere Spötter.) Endlich kommen die tiefen Atemzüge, einer nach dem andern, und der Nervenknoten im Bauch beginnt sich zu lockern. Genau! Das am Morgen für zehn, fünfzehn Minuten gut zugedeckt im Bett Hocken, das mir so gut tut und das ich mir angewöhnt hatte, hatte ich im Stress der letzten Tage vergessen. Vergessen, nicht übergangen. Jetzt hole ich es nach, so lange und so viel ich davon brauche. Und frühstücken werde ich, wenn ich Hunger habe, und nicht, wenn es den Umständen passt. Ach ja! Blutdruckmessen und Medikamente nicht vergessen!


15:59.  Das letzte Kapitel der Handy-Internet-Malaise ist abgeschlossen; soeben habe ich das letzte Trumm zurückgebracht. Ich habe es verdient, im Kaffeeamt zu sitzen, Zeitung zu lesen und reichlich verspätet den ersten Kaffee des Tages zu trinken. Mehr wird sich finanziell nicht mehr ausgehen. Ich verplempere die letzten Euro des Monats.

Und erschöpft bin ich sowieso, dabei ist der Kaffee schon ausgetrunken. Und Fitness war ich heute auch.


(21.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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