4657 Zeichnen
15:22. Ich sitze im Augarten und warte darauf, das Handy von der Reparatur abholen zu können. Ich sitze in einem Bereich, wo ich gewöhnlich kaum durchgehe und „natürlich“ tuckern, kreischen und jaulen irgendwelche von hier aus unsichtbaren Maschinen und Geräte auf von hier aus unsichtbaren Baustellen. Übrigens sind es Stand jetzt 19 498 Schritte, die ich absolviert habe, und somit sitze ich völlig zu recht und muß mir weder Faulheit noch Trägheit vorwerfen lassen (ach, meine zermarterte Seele! Wann wird sie endlich Ruhe finden?). Die Bäume hier sind beeindruckend, nur der, unter dem ich sitze – dort steht hald (sic!) die Sitzbank – wirkt nicht ganz gesund; seine Blätter scheinen zerfressen und von irgendetwas befallen.
Ist das eine Föhre da drüben? Die Nadeln schauen etwas anders aus, aber die leicht rötliche Färbung des Stammes tät’ passen. Zeichnen? Probieren wir es.
15:48. Es ist so: beim Zeichnen bin ich in leichte Panik geraten, als würde ich etwas Verbotenes tun. Streng Verbotenes! (Ich weiß, welchem Arschloch ich das verdanke.) Die Panik war leicht, aber schon real; ich habe nach zwei Versuchen gleich aufgehört. Ich kann mir nicht noch mehr Verwirrung in meinem Leben erlauben. Ich versuche das Zeichnen seit Jahren; selten zwar finde ich den Mut, aber ich versuche es immer wieder und immer wieder und scheitere jedesmal.
(19.10.2026)
0:24 a.m. Kann ich über diesen Tag ein Résumé schreiben? Immerhin war er anstrengend und - für meine Verhältnisse – turbulent. Nein, kann ich nicht; mein Geist ist zu müde und unkonzentriert. Erst jetzt kommt mir in den Sinn, durchzuatmen. Ich bin nämlich oft schon von kleinen Schwierigkeiten überfordert, weil sie für mich groß sind.
(20.10.2026)
©Peter Alois Rumpf Oktober 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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