Dienstag, 20. Oktober 2026

4653 Mitte Oktober

 



15:10.  Am Kaffeehaustisch liegt meine Gary-Larson-Brille und ich betrachte sie. Ich meine wie die in seinen Cartoons, die immer leicht hysteroid angelegte Frauen tragen und die am Gestell so Kuhfell-artige Flecken haben. Ich trinke den zweiten, hier im Kaffeeamt immer köstlichen Cappuccino, während draußen im Gastgarten die Nachmittagssonne aus Richtung Donaukanal in die Schiffamtsgasse hereinscheint. Selbst die EU-Fahne vorm Vermessungsamt bekommt noch ein paar Sonnenstrahlen ab, aber nicht mehr lange - denke ich – dann wird sie in den Schatten geraten. Noch aber tanzt sie in Sonne und Wind.

Ich sehe einen Mann mit Hut im Gastgarten sitzen, die Sonne scheint ihm ins Genick und macht sein Gesicht dunkel. Offensichtlich liest er. Oder doch nicht? Vielleicht tippt er; sein Tisch ist vom schönen, niederen Schilfzaun verdeckt. Die Musik ist wieder so schön. Dieses Sonnenlicht, das so direkt in die Gasse kommt und ihr entlang leuchtet, gefällt mir so gut; es verzaubert die Welt da draußen. Wie eine helle, betörende Schneise vor der dunklen Hauswand gegenüber. Der Baum an der Kreuzung vorne (hinterm Bretterzaun) steht still und hält seine Äste und Zweige wie beschützend über die dunkle Hochedlingergasse. Bei diesem Licht draußen könnte ich notorischer Innenraumsitzer doch bald schwach werden und mich hinaussetzen (du solltest dich mit deiner Entscheidung beeilen; wir haben Mitte Oktober; oder willst du damit auf den Winter warten? - der innere Spötter).


(16.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite