4644 Steine
14:28. Auf meiner Wanderung nach Hause habe ich auf den rückseitigen Mumok-Stiegen die Pflastersteine und steinernen Bodenplatten bewundert, weil das Gestein so schöne Farben hat, bis zu rosa und blau.
Nach dem Queren des Burgringes bei der Bellaria mußte ich über den viel befahrenen Ring-Radweg, und ein daher brausender Radfahrer, den ich beim Betreten des Radweges wegen des touristischen Getümmels hier gar nicht sehen konnte, klingelt mich aggressiv an und macht keine Anstalten, zu bremsen oder langsamer zu fahren. Da schreie ich ihm zornig nach: „Irgendwie muß ich da auch drüber kommen, du Trottel!“
Beim Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz am Ballhausplatz nehme ich Tasche, Kappe ab und ziehe das Sakko aus und lege alles auf die Stufen des Denkmals – ich habe auf die Schnelle keine andere Fläche gefunden – um dann meinen Pullover auszuziehen, weil mir heiß geworden ist. Dann ziehe ich das Sakko an, hänge mir die Notizbuch-Tasche um und den Pullover über deren Riemen, setze mir die Kappe auf und gehe weiter.
Jetzt sitze ich außen an der Apsis der Minoritenkirche, ein schönes Plätzchen mitten in der Stadt, aber zurzeit umgeben von Baustellen und Baulärm, der Bereich vor der Sitzbank ist mit unzähligen Zigarettenstummeln übersät, aber bei angenehmem Wind im angenehmen Schatten vor Olivenbaum-ähnlichen Bäumen (Elaeagnus angustifolia; Ölweiden; Baumkataster Wien). Sehr schöner Baumstamm! Gewunden und gedreht, mit markanter Rinde, mit Schrunden und tollen Knorpeln am Stamm; eine Augenweide!
Ich werde weiter gehen und beim W&K nach Weilers Ausschau halten. Dann die schönen frühneuzeitlichen Häuser am Gestade anschauen. Das ist mein Plan. Ah! Das habe ich vergessen: bei einer Bücherstelle in der Siebensterngasse habe ich mir einen Michel Quoist mitgenommen; die frühen Jahre lassen grüßen.
Wirklich Am Gestade dann drehe ich mich nach diesen Häusern um und sehe gerade einen Mann aus dem Polnischen Institut kommen. Da fällt mir ein: auf Facebook wird eine Ausstellung hier beworben, die ich als möglicherweise interessant abgespeichert habe, so gehe ich auf die einladend offene Eingangstür zu, um zum ersten Mal in meinem Leben das Polnische Institut zu betreten, aber dann wird sie von innen zugemacht – zugemacht, nicht abgesperrt, soweit ich sehe – aber das reicht, dass ich mich nicht mehr hineingehen traue.
(8.10.2026)
©Peter Alois Rumpf Oktober 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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