Montag, 11. Mai 2026

4460 Pflichtbewußtsein?

 



16:23.  Es ist Nachmittag und ich bin müde. Ich bin den ganzen Tag etwas neben der Spur. Das Gewitter ist vorüber und ich wundere mich, dass bei meinen alten Doppelfenster auch die Scheiben des inneren Flügels bis zur halben Oberlichte hinauf Regenspritzer abbekommen haben. Ich kann mir das nicht erklären; während des Gewitters war ich nicht zu Hause, sondern in meiner Psychotherapiestunde. (Und ich wundere mich, dass ich beim dritten Satz auch schreiben wollte, aber zuerst und hingeschrieben habe, während mein Geist auch denkt. Was ist da los?) Eigentlich wollte ich die angestauten, handgeschriebenen Texte eintippen und auf die Schublade stellen, aber ich mag nicht. Ich mag nicht. Ich fühle mich kraftlos und müde und es fällt mir ein, dass ich schon den ganzen Tag mühsam und gekrümmt umherschleiche. Ein paar Seiten habe ich gelesen (Melinda Nadj Abonji, Tauben fliegen auf), dann war der Roman „ausgelesen“. Ich versuche, mich mit dem Gedanken anzutreiben, dass, stürbe ich jetzt, die letzten zwei (jetzt drei – der Korrektor) Texte nicht auf der Schublade gerettet und verfügbar wären, aber der Trick funktioniert heute nicht, weil es mir völlig wurscht ist. Was für eine komische Erschöpfung, für die ich keinen Grund erkennen kann; ich habe mich heute nicht angestrengt. Oder merke ich das nicht mehr?

Mit Pflichtbewußtsein (?) hat es funktioniert: als mir eingefallen ist, dass ich das Geschirr noch nicht gemacht habe und es meine treue Frau morgen für die Tageskinder braucht, habe ich es geschafft, wieder tätig zu werden.


(11.5.2026)


©Peter Alois Rumpf    Mai 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite