Montag, 11. Mai 2026

4459 Schwere Augen

 



8:43 a.m.  Graues Licht kommt beim Fenster herein und ich hocke satt im Bett, mein Bauch voller Müsli, die Augen brennen ein wenig und ich nehme mir einen entspannten Vormittag vor mit lesen und schreiben. Aber die Augen fallen mir noch zu, und so verfolgt meine Aufmerksamkeit bei geschlossenen Augen, wie sich der Speisebrei in meinen Innereien (er traut sich nicht Magen oder Darm schreiben, weil er sich anatomisch überhaupt nicht auskennt – der innere Spötter) langsam fortbewegt. Zumindest habe ich den Eindruck, dass es das ist, was ich wahrnehme. Je nachdem, wo meine Gedanken hin kreisen, kann auch Angst kurz aufwallen, aber im Griff hat sie mich heute nicht. Ich hebe die Augenbrauen so weit es geht an, aber die Lider bleiben geschlossen. Ich stelle an meinen Augen eine leichte Unklarheit fest und schon füllen sie sich mit Tränen. Das ist eindeutig eine körperliche Reaktion, keine seelische. Mir fällt auf, dass ich - um für mein Notizbuch mit den Oberschenkeln eine Auflage zu schaffen habe ich die Beine herangezogen und die Füße an sich auf dem Leintuch aufgepresst – dass ich die Füße also mit den ins Leintuch gepressten Fersen als Drehpunkt vorn hochgestreckt habe und dabei die Zehen spreize. Das wirkt etwas verkrampft, obwohl ich entspannt sein will. Das Grau am Fenster wird auch schon etwas heller und klarer und die Augen bekomme ich immer noch schwer auf.


(11.5.2026)


©Peter Alois Rumpf    Mai 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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