4446 Der Wind
13:10. Der Wind ist heute im Gänsehäufel sehr heftig; es rauscht nur so in den Bäumen, hauptsächlich alte Pappeln und die anderen? Eschen? Kann das sein? Oder doch irgendeine Weidenart? Mein Vater hatte schon mit mir geschimpft, weil ich die einheimischen Pflanzen und Bäume nicht kannte; gezeigt und erklärt hat sie mir aber auch nicht. Der Löwenzahn ist großteils schon verblüht und wird bald seine Samen losfliegen lassen (übrigens: was beim Menschen und Tieren Samen heißt, heißt in der Botanik Pollen – der innere Spötter). Der Wind läßt die Bäume so laut rauschen, dass man sogar das Krähenpalaver kaum hören kann. Und Richtung Sonne glitzert das vom Wind aufgewühlte Wasser breit und lebhaft. Ein wenig kühl, wenn ich im Wind aufrecht im Klappstuhl sitze. Von Zeit zu Zeit fahren die Windböen ganz wild in die runde Halbinsel, dass es sogar – gottseidank – den unangenehmen Lärm der beschallten Boote verträgt und übertönt. Der starke Wind, wie er die Äste und Zweige und die jungen Bäume überhaupt biegt und rüttelt und über die Insel braust, erzeugt durchaus eine Ahnung der Ungezügeltheit und Kraft, zu der die sogenannte „Natur“ fähig ist. (Jetzt werde ich in einem Heft über Dschingis Khan lesen. Wie passend.)
(3.5.2026)
©Peter Alois Rumpf Mai 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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