Dienstag, 7. April 2026

4414 Der Walkingstecken

 



12:54.  Hinter der Votivkirche im Park. Die Sonne scheint, der Wind ist noch ein wenig frisch, die Bäume schlagen aus (ich schreibe ohne Brille!). Ein breiter, dünner Kondensstreifen zieht sich über die Kirche. Das Müllabfuhrauto beim Hotel drüben dreht und wendet lautstark seinen Abfall, nachdem es ihn eingeworfen bekommen hat, in seiner Transporttonne. Vögel sehe ich keine. Doch, einige wenige sausen durch den Park und sind schon wieder verschwunden. Ich vermute, es waren Nebelkrähen. Das junge Grün ist jedes Jahr eine neue und echte Überraschung. Ein Hund pisst ohne Baum direkt in die Wiese. Dafür hat er einen Ball im Maul und jetzt kommt er an mir vorbei. Immer wieder irgendwelche Folgetonhörner (oder wie das heißt). Suche ich noch? Warte ich nur mehr? Oder warte ich gar nicht mehr richtig? Jetzt im Konkreten bis es Zeit für meine Psychotherapiestunde ist. Ein bisschen Kopfweh von der engen Kappe, aber würde ich den Verschluss weiter stellen, würde mir der Wind die Kappe vom Kopf wehen. Ich nehme die Kappe kurz vom Haupt und betrachte sie: sie ist auch nicht mehr schön. Jetzt, wo es windstill ist, wird es sogleich warm. Nun sehe ich ein paar Tauben. Es werden immer mehr. Sie flattern oben auf den neugotischen Stützen und Balustraden der Kirche herum. Der Wind wird wieder stark und rauscht. Ich entdecke ein Vogelnest im nur leicht angegrünten Baum links von mir. Auch zwei Arbeiter klettern mit Helm und Seil auf der Kirche herum. Der Wind weht mir einen meiner hinter mir an der Parkbank angelehnten Walkingstecken auf die linke Schulter und dies gibt mir einen leichten Schlag, der mich aufschreckt, weil ich das nicht kommen gesehen habe. Vielleicht sollte ich weitergehen. Ich schaue noch ein wenig den Arbeitern oben zu. Solch eine Arbeit hätte ich niemals machen können!


(7.4.2026)


©Peter Alois Rumpf   April 2026   peteraloisrumpf@gmail.com

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