4314 Lamentatio interrupta
18:08. Mein Gott! Mein Knie ist endgültig hin – behaupten die Ärzte – und meine Verdauung schwächelt auch. Die Herzklappe soll sich nicht ganz schließen und meine Wollsocken habe ich verwaschen und gehen nun schwer über die Fersen. Beim billigen Kreuzworträtsel ist mir das Wort Marmor nicht eingefallen, obwohl ich genau wußte, was ich meine, und das Bild einer mit Marmor verkleideten Wand vor mir hatte. Europa wird von Putin und Trump bedroht, alles wird teurer und meine drei MP3-Player sind kaputt oder verloren. Mein Plattenspieler spinnt und so tut auch mein CD-Player. Der Kassettenrekorder ist überhaupt kaputt – ich bekomme die Kassette schon seit Jahren nicht heraus und kann deswegen auch nicht auf Radio (Ö1) umschalten. Meine Psychotherapie scheint nicht mehr teilrefundiert zu werden – seit zwei Monaten habe ich kein Geld mehr bekommen – und falls die genehmigte Frist abgelaufen sein sollte und ich das nicht mitbekommen habe: zu diesem arroganten Psychiater, der mich für die Fristverlängerung begutachten soll, gehe ich nicht mehr (man soll keine Häuser betreten, wo man nicht anständig behandelt wird. Ich würde sowieso nicht erlauben, dass bloß medizinisch ausgebildete Psychiater Patienten behandeln oder begutachten, wenn sie nicht selbst eine ordentliche, handfeste, valide Psychotherapie oder Analyse durchlaufen und in ihre Abgründe geschaut haben. Ich meine eine Therapie, wo ihnen die Trümmer ihrer Selbstgewissheiten nur so um die Ohren fliegen. Siehe Typen wie Skrinzi oder Heinrich - mir graut vor dir - Gross). Mein Laptop ist jetzt – wie es scheint – endgültig eingegangen. Der Boiler im Bad ist nicht groß genug, dass ich die alte, tiefe Badewanne bis oben mit heißem Wasser füllen kann; entweder liege ich nur zur Hälfte unter Wasser oder das Wasser ist nicht richtig warm. So! Wer unterbricht, wie ich es im Titel versprochen habe, diese Jammerei? Niemand. Was ist mit dir, innerer Spötter? Wenn man dich braucht, kneifst du! Macht es dir Spaß, mich ins Unrecht schreiben zu lassen? Ahja, der Geschirrspüler hat auch seine Macken (er pfeift gerade aus der Küche herauf, dass er mit dem Geschirr fertig ist, wobei meistens einige Stücke nicht sauber geworden sind).
Ich bin schon der Aufzählerei etwas müde. Ahja, ein Drittel meiner Schuhe ist nicht mehr wasserdicht; bei einem Paar sind überhaupt die Sohlen gebrochen. Gut, das ist jetzt wurscht, weil ich im Winter die Winterstiefel trage und die sind dicht und warm (wie lange noch?). Mein Laptop ist vermutlich eingegangen, weil es die REM-Buch-Datei nicht verkraftet hat, als ich zur Korrektur meines Beitrags das ganze Buch in Druckfassung heruntergeladen hatte. Gut und Gottseidank erst, als ich die Arbeit schon beendet und die E-Mail mit den Korrekturen schon abgeschickt hatte. Auf dieses REM-Buch könnt ihr euch und die ganze Welt sich freuen; es soll im Frühjahr herauskommen. Mein Handy wird auch immer unübersichtlicher und meine Schrittzählapp, mit der ich mich gut ausgekannt hatte, ist spurlos verschwunden. Meine Erkältung, die mich acht Wochen sekkiert hat, scheint jetzt wirklich abzuklingen, aber so hat es in dieser Erkältungslegilaturperiode schon dreimal ausgesehen und der Husten ist doch wieder zurückgekommen. Naja, die Lamentatio ist nicht wirklich unterbrochen, aber mir geht die Luft aus.
(1.1.2026)
1:41 a.m. So! Wie soll ich das jetzt erzählen? Was das Laptop betrifft hat sich herausgestellt, dass das Kabel – ich erspare mir die Details – unterbrochen war und das Laptop deshalb nicht mehr angesprungen ist. Ich schwöre, dass ich den Titel Lamentatio interrupta – ich kann kein Latein; keine Ahnung, ob das so stimmt; es ist nur ein Angebereiversuch – und den obigen Text vor der Entdeckung dieses Fehlers geschrieben habe. Ich glaubte also, kein Internet mehr zur Verfügung zu haben und habe in meiner Verzweiflung wegen des Social-media-Entzugs schon zu zeichnen begonnen und versucht, Musik, ohne dabei am Laptop Solitaire oder Majongg Festung zu spielen, anzuhören. Ich war unglaublich froh, dass ich die Kabelunterbrechung bemerkt habe, und habe mir sogleich zwei Stunden (zirka; ich habe die Zeit nicht gestoppt) Ingo Appelt reingezogen. So schaut’s aus!
(2.1.2026)

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