4035 Sand im Schuh
13:41. In der Schnellbahn auf dem Weg zum Quartier Belvedere sitzt eine Frau gegenüber, mit Papiereinkaufssack und Handtasche, worin sie ausführlich herumkramt. Sie holt dreimal einen Kassabon heraus, studiert ihn ausführlich, aber in Wirklichkeit hektisch, legt ihn wieder hinein, dann nimmt sie eine Creme (glaube ich), die sie aus der Verpackungsschachtel nimmt und in den Sack zurücklegt, aber jetzt die Verpackung mit den aufgedruckten Infos anscheinend scheinbar gewissenhaft liest. Als sie nun aus ihrer Handtasche eine lose, also unverpackte Klorolle zieht und in den Einkaufssack steckt, unterstelle ich ihr, dass sie die Klorolle aus dem WC im Büro oder sonstwo mitgehen hat lassen und jetzt als Einkauf tarnen will.
Ich wiederum sitze im hintersten Raum der Ausstellung Die Welt in Farben - slowenische Malerei 1848-1918 - im Unteren Belvedere – im oberen ist die Warteschlange bis um die Ecke des Schlosses gestanden – nachdem ich lange umher flaniert bin. Nebenbei: jetzt ahne ich, wo das Spätwerk von Jana Vizjak, von der ich schon seit Jahren nichts mehr gehört oder gefunden habe – ich verstehe immer noch nicht, warum der Kontakt abgebrochen wurde – ihre malerischen Vorläufer hat. Und weil es draußen schüttet, werde ich noch im Unteren Belvedere herumgehen und die andere Ausstellung aufsuchen (ohje! Klimt. Interessiert mich gar nicht!).
Der Spaziergang vorhin über die Schotterwege vom Oberen zum Unteren Belvedere war übrigens sehr schön und bewegend, mit den vielen Lacken auf dem Weg – wie in meiner Kindheit – den über die Latisberge ziehenden Wolken, den unglaublich grünen Bäumen, Sträuchern und Wiesen, mit der wirklich schönen Aussicht, wo man mitten in der Stadt diese als Landschaft wahrnehmen kann.
(25.4.2025)
Peter Alois Rumpf April 2025 peteraloisrumpf@gmail.com

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