Freitag, 2. Oktober 2026

4631 Kein Grund

 



11:31 a.m.  Eigentlich (wird vom Lektor gestrichen – der innere Spötter) habe ich keinen Grund zu schreiben. Ich sitze so halbwegs entspannt (was trotzdem weit mehr als fünfzig Prozent Spannungsanteile bedeutet – der innere Spötter) im Kaffeeamt und verfalle nicht nur meinem Schreib- sondern auch meinem Konsumierzwang (belegtes Croissant). Ich hoffe, ich finde vor dem Jüngsten Gericht Gnade (es gibt kein Jüngstes Gericht und deshalb keine Gnade – der innere Spötter).

Also gut, was könnte ich beschreiben? Den Wind draußen, wie er den riesigen Baum an der Kreuzung vorne, das stoffliche Sonnendach über dem Gastgarten und die Pflanzen dort, und die blaue Europafahne bewegt? Ist auch schon ein bißchen fad (dies zu beschreiben; dem Wind könnte ich stundenlang zuschauen). Viele Passanten driften (wird auch vom Lektor gestrichen – der innere Spötter) (Warum?) (Warum nicht? - der innere Spötter), viele Passanten also driften mehr oder weniger in sich oder ihren Gedanken gekehrt vorbei. Der Kaffee ist schon kalt, aber das bin ich gewohnt. Nur zur Erklärung: in sich und in Gedanken ist nicht zwangsläufig dasselbe: die Gedanken könnten auch eine fremde Installation sein! Ich glaub, ich gehe jetzt zum Friseur und lasse mir die Haare schneiden.


(1.10.2026)


©Peter Alois Rumpf    Oktober 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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