Montag, 21. September 2026

4617 Das Zimmertheater

 



9:07 a.m.  Der Wind heult ein bißchen, dann hört er wieder auf (ich hocke nicht bequem im Bett; ich muß ein wenig herumrücken und den Polster im Rücken einen Zentimeter höher ziehen. So, jetzt passt’s). Die Lichtverhältnisse ändern sich in meiner Kemenate, also müssen Wolken am Himmel umherziehen. Aus dem Lichtschacht ist es im Moment still. Ich hab’s verschrien: eine Tür knallt zu. Oh, jetzt wird es ziemlich dunkel, das muß eine fette Wolke sein (ich habe gelesen, dass in der Atmosphäre so viel Feuchtigkeit ist, wie seit hunderttausend Jahren nicht mehr. Und das alles kommt irgendwann herunter). Jetzt ist es wieder heller geworden (es ist ja nett und so schön bescheiden von dir, wie du das Wetter draußen zu einem kleinen Theaterstück in deinem Zimmer umdeutest, aber glaubst du im Ernst, dass das irgendjemand interessiert? Ach so! Du schreibst ja nur mehr fürs Protokoll! - der innere Spötter).

Jetzt hat der Wind Erbarmen mit meinem lächerlichen, faden Zimmertheater und heult ordentlich auf und Türen oder Fenster werden auf- oder zugemacht oder gekippt. Wobei: lächerlich und fad ist das Stück nur für die anderen; für mich ist es schön und beinahe ergreifend; ich lasse dabei meine Seele sich erholen und aufatmen und genieße die Ruhe und Stille sehr.


(21.9.2026)


©Peter Alois Rumpf    September 2026    peteraloisrumpf@gmail.com

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