4554 Das Prasseln des Regens
16:31. Wenn es von Flugzeugen und Verkehrslärm nicht so laut wäre, würde ich das schöne Prasseln des leichten Regens auf das Stadeldach hören. So bleibt nur das schlurfende Geräusch von Autoreifen auf nassem Asphalt und das Anschauen der herumziehenden Wolken, des erfrischten Grüns, der Regentropfen, die vom Dach in die Dachrinne rinnen, und des fallenden Regens itself. Eine Lücke im Verkehrslärm! Jetzt höre ich den Regen! Das Vergnügen hält nur den Bruchteil einer Sekunde, denn ehe das letzte Auto ganz verklungen ist, taucht schon das nächste auf. Überhaupt: Auto und verklungen: diese Kombination ist viel zu beschönigend! Ich blicke zwischen die Weinblätter so gut es geht in die Landschaft hinaus, zu der auch der graue Himmel und die Nebelschwaden gehören. Ich kann wirklich kein Prasseln und kein Gluckern hören. Dafür krähte weit weg ein Hahn, bevor ihn ein Motorrad übertönt hat. Jetzt, jetzt kann ich den leichten Regen hören und sogar einen Vogel; es ist schon wieder vorbei. Ich bin dafür, dass der Benzinpreis ums Zehnfache steigt und die Autofahrer alle Folgekosten ihres Treibens selbst tragen müssen. Jetzt, jetzt, das Tropfen auf den Weinblättern! Schon vorbei, nicht mehr zu hören. Der aufkommende Wind läßt kurz die Blätter rascheln, dann ist auch das wieder übertönt. Ein Flugzeug. Der Lärm hört einfach nicht auf. Nie. Der Regen wird stärker, jetzt kann ich ihn hören, aber der nächste Heuler ist schon da. Und gleich mehrere hinten nach. Ich gebe es auf, dem Regen lauschen zu wollen.
(21.7.2026)
©Peter Alois Rumpf Juli 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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