4427 Die Sonne im Nacken
12:00. Der Sommer ist (jetzt) da, ich sitze jedoch drinnen, mit der Sonne im Nacken. Das heißt: im Katscheli. An der Wand drüben die Barlampe, mit doppelspiraligem Glühteil in der runden Glasbirne. Ich habe nach dem Lesen den Standard schlecht in die Zeitungshalterung an der Wand gesteckt und korrigiere das nun. Jazzige Querflötenmusik aus den Boxen. Ich bin hier, um mit der REMbox anzugeben, nicht nur wegen des Kaffees. Ich finde meine Angeberei lächerlich und unreif, kann sie jedoch kaum verhindern. Oder ist das eh normal, dass man herzeigen will, worauf man stolz ist?
Wenn ich meine Wege gehe, schaue ich herum, ob ich jemanden sehe, den oder der die REMbox interessieren könnte, oder jemandem, dem oder der das Buch laut Liste zukommen soll (AutorInnen, Kulturmanager …). Das kommt mir selbst lächerlich und peinlich vor (als würden die alle ständig ausgerechnet hier umherrennen), aber das ist ein interessantes sozial-psychologisches Phänomen, das ich da an mir beobachte: denn vor diesem Buch war ich fast immer mit vor Scham über mein gescheitertes Berufsleben gesenktem Kopf unterwegs, und diese Dokumentation, in der auch Arbeiten von mir abgebildet und beschrieben sind, und so für überlieferungswürdig geachtet werden, hat bewirkt, dass ich öfters gehobenen Hauptes und mit offenem Blick meine Wege gehe. Erstaunlich, was das bisschen Resonanz – ich meine das bisschen nicht abwertend, ich meine das auf das Weltgeschehen bezogen – ausmacht. Ich bin sehr dankbar für dieses Buch und bedanke mich bei allen, die es gemacht, betrieben und gefördert haben.
(17.4.2026)
©Peter Alois Rumpf April 2026 peteraloisrumpf@gmail.com

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